06_Txt_Weh+SV+Tel

SEIT  1987

SV - BÜRO

ANERKANNTER*  SACHVERSTÄNDIGER  FÜR  KFZ.-SCHÄDEN  &  BEWERTUNG 

Nachfolgend auszugsweise einige Urteile bei denen wir mitgewirkt haben, teils selbst als Kläger, meist jedoch als Sachverständiger auf Seiten des Geschädigten.

---===OOO===---

AG Köpenick 6 C 423/01…. spricht vollen Kostenersatz für Rechungsprüfung zu. Allianz verweigerte die Zahlung hierfür.

    1. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 86,00 EUR nebst 5 % Zinsen über dem jeweiligen Basiszinssatz…
    2. Die Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.
    Entscheidunqsqründe
    In Übereinstimmung mit dem Kläger geht das erkennende Gericht davon aus, dass zwischen den hiesigen Parteien unabhängig von der ursprünglichen Inanspruchnahme durch die Geschädigte ein Vertrag zustande gekommen ist. Es kann nicht zweifelhaft sein, dass, wenn ein Kfz-Sachverständiger in eben dieser Eigenschaft in Anspruch genommen wird, er hierfür die übliche Vergütung verlangen kann. Eben dies hat der Kläger getan.

AG Köpenick 8 C 40/02…auch die zweite Kammer des AG spricht vollen Kostenersatz für Rechnungsprüfung zu. Allianz-Versicherung wollte es nochmals wissen.

    1. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 87,-- EUR nebst 5 % Zinsen über dem Basiszins seit dem…
    2. Die Kosten des Rechtsstreits hat die Beklagte zu tragen.
    Entscheidunqsqründe
    Mit Recht nimmt der Kläger die Beklagte aus einem von den Parteien über die ergänzende Begutachtung und gutachterliche Stellungnahme zu den Mehrkosten des Unfallschadens geschlossenen Werkvertrag auf Zahlung des Werklohns in Anspruch, § 631 Abs. 1 zweiter Halbsatz BGB.
    Die Beklagte hatte dem Kläger die ergänzende Begutachtung und gutachterliche Stellungnahme im Schreiben vom 8. Januar 2002 angetragen.
    Insbesondere hatte der Kläger keinen Anlaß anzunehmen, die Beklagte sei aus seinem Vertragsverhältnis zu der Geschädigten in irgend einer Weise berechtigt, eine „Nachbesserung“ der im Vertrag zu der Geschädigten geschuldeten Begutachtung zu verlangen.

AG Mitte 107 C 3078/08     spricht vollen Schadenersatz gem. Gutachten Wehpke zu und die Kosten für eine weiteren Stellungnahme. Verursacher bestreitet den Schaden und HDI-Versicherung verlangte Nachbesichtigung. Verklagt wurde hier nicht die HDI sondern der Versicherungsnehmer.

    Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 828,64 EUR nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz….
    Die Kosten des Rechtsstreits trägt der Beklagte.
    Entscheidungsgründe:
    Die auf die § 7 StVG gestützte Klage ist im wesentlichen begründet.
    Der Bekagte haftet für den Schaden des Klägers entsprechend dem Gutachten Wehpke.
    Der Kläger hat im übrigen durch eine weitere Stellungnahme seines Gutachters die Einwendungen des Beklagten über die Kompatibilität der Schäden ausreichend überzeugend widerlegt.

AG Mitte, 112 C 3105/09   spricht sich gegen den Kürzungbericht der SSH-GmbH aus, gegen die unerlaubte Weitergabe von Gutachten des Klägers an Dritte und billigt weiteren Schadenersatz für Prüfbericht zu.

    1. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 247,70€ nebst Zinsen in Höhe von 5 %-Punkten über dem Basiszinssatz seit dem 25.08.2009 zu
        zahlen.
    2. Die Beklagte wird verurteilt, künftig die Weitergabe von Schadengutachten des Klägers an Dritte ohne seine Zustimmung zu unterlassen.
    4. Die Kosten des Rechtsstreits hat die Beklagte zu tragen.
    Entscheidungsgründe:
    1. Dem Kläger steht gegen die Beklagte aus abgetretenem Recht ein Anspruch auf Zahlung seiner Kostenrechnung vom 10.10.2008 in Höhe von 247,70 € brutto gemäß den §§ 7, 18 StVG; 115 WG, 823 ff. BGB zu. Denn die Kosten für die Stellungnahme des Klägers zum Prüfbericht der SSH-GmbH waren zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung des Geschädigten notwendig und sind damit erstattungspflichtig.
    ....  Wenn sich aber ein Geschädigter mangels eigner Sachkunde eines Gutachters bedienen darf, dann muss es ihm erst recht gestattet sein, bei inhaltlichen Angriffen gegen dieses Gutachten durch die gegnerische Versicherung den Gutachter mit einer Stellungnahme zu beauftragen. Er muss die Einwendungen gegen das Gutachten nicht ungeprüft akzeptieren. Mangels eigener Sachkunde kann er auch nur seinen Sachverständigen mit einer Stellungnahme beauftragen.
    Dass die Stellungnahme eines Sachverständigen zu einem Prüfbericht zu vergüten ist, entspricht der allgemeinen Übung und muss jeder durchschnittlichen, am Geschäftsleben teilnehmenden Person bekannt sein. Es ist abwegig zu erwarten, dass ein Sachverständiger eine schriftliche Stellungnahme kostenlos erstellt, § 632 Abs. 1 BGB.

AG Mitte, 110C 3346/09   spricht sich gegen den Kürzungbericht aus und billigt Schadenersatz gem. Gutachten Wehpke zu. Hier sollte tatsächlich nur 75% des Schadens bezahlt werden..

    Entscheidungsgründe:
    Der Klager kann von der Beklagten Ersatz von Reparaturkosten in der im Gutachten des Sachverständigen Wehpke ermittelten Höhe von 1.241,34 EUR netto verlangen.
    Der Kläger hat auch einen Anspruch auf Ersatz von UPE-ZuschIäge, da diese auch bei fiktiver Abrechnung erstattungsfähig sind.
    Der Kläger hat auch einen Anspruch auf Ersatz weiterer Gutachterkosten in Höhe von 127,61 EUR.
    Da die Reparaturkosten auch nach der Schadensberechnung der Beklagten mindestens 982,71 EUR netto betragen, handelt es sich nicht um einen so genannten Bagatellschaden, bei dem die Einholung eines Sachverständigengutachtens einen Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht darstellt.

AG Mitte, 3 C 3354/10   spricht sich gegen den Kürzungbericht der DEKRA aus und billigt Schadenersatz gem. Gutachten Wehpke zu. Hier wollte die DEKRA tatsächlich nur 69% Schadens zubilligen.

    Die Klage ist ganz überwiegend bis auf einen geringen Zinsanteil begründet.…
    Entscheidungsgründe:
    Zum einen hat der Kläger einen Anspruch auf die restlichen Reparaturkosten gemäß dem vorgelegten Privatgutachten Wehpke. Gemäß dem vorgelegten Privatgutachten betragen die Reparaturkosten netto 954,31 Euro. Insofern handelt es sich um substantiiertes Parteivorbringen und hat der Kläger hinreichend substantiiert seinen Schaden dargelegt.   Demgegenüber reicht das von der Beklagten vorgelegte DEKRA-Gutachten nicht aus, um nachzuweisen, dass bei fiktiver Schadensabrechnung lediglich 658,36 Euro anfallen.

AG Mitte  4 C 3042/13    spricht sich gegen Honorarkürzung durch Zürich Versicherung aus und verurteilt diese.

    1. Die Beklagte wird verurteilt, an die Klägerin 67,83 EUR nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 28. März  2013 zu zahlen.
    2. Die Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.
    Entscheidungsgründe:
    Der Klägerin steht aufgrund des Verkehrsunfalls vom 19. November 2012 ein restlicher Schadenersatzanspruch wegen entstandener Sachverständigenkosten in Höhe von 67,83 EUR gemäß § 7 StVG, 823 BGB zu.

    Zu den im Rahmen des § 249 BGB zu ersetzenden Schadens gehören auch die dem Geschädigten erwachsenen Kosten für die Einholung eines Sachverständigengutachtens über die eingetretenen Unfallschäden. Diese betragen vorliegend unstreitig 396,27 EUR.

    Da die Beklagte der Klägerin wegen der Sachverständigenkosten bislang lediglich 328,44 EUR erstattet hat, steht dieser ein restlicher Schadenersatzanspruch in Höhe von 67,83 EUR zu. Insbesondere hat die Beklagte nicht dargelegt, dass die von dem Sachverständigen in Rechnung gestellten Gutachterkosten nicht angemessen waren.

AG Pankow/Weißensee  3 C 28/13    Schaden durch eine Waschanlage an einem Transporter. AG spricht volle Reparaturkosten und Wertminderung zu. Der Waschanlagenbetreiber wollte den Schaden für rund die Hälfte selbst beseitigen (ohne Wertminderung).

    1.Die Beklagte wird verurteilt,
    a)an den Kläger 4.226,54 Euro nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 06. Dezember 2012 zu 
      zahlen.
    Das vom Kläger am 04. Oktober 2012 beauftragte Kfz-Sachverständigenbüro Olaf Wehpke ermittelte die Nettoreparaturkosten mit 3.122,54 Euro und bezifferte die nach Reparatur verbleibende Wertminderung auf 500,00 Euro.
    Die Beklagte beantragt, die Klage abzuweisen....Sie selbst könne den Schaden für 2.192,49 Euro reparieren.
    Entscheidungsgründe:
    Die Klage ist überwiegend begründet und nur hinsichtlich der vom Kläger als Schadenspauschale mit 20,00 Euro....
    Zur Schadenhöhe sind Gutachterkosten und Wertminderung unstreitig. Auch die Nettoreparaturkosten sind mit 3.122,54 Euro durch das Gutachten des Kfz-Sachverständigenbüros hinreichend belegt. Auf eine von der Beklagten selbst angeblich kostengünstiger durchzuführende Reparatur muss der Kläger sich schon deshalb nicht verweisen lassen, weil § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB den Geschädigten vor ihm unerwünschten Selbstreparaturversuchen des Schädigers gerade schützen will.

AG Mitte 109 C 3163/13  entscheidet bei Abrechnung auf Gutachtenbasis gegen Kürzungsversuch der Württembergischen Vers. Diese wollte 894,30 Euro,  - also fast 20%, -  für sich abzweigen.

    1. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 894,30 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten seit dem ….
    2. Die Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.
    Zur Bezifferung des Schadens an seinem in der Herstellergarantie befindlichen Kraftwagens gab der Kläger ein Sachverständigengutachten in Auftrag, welches zur Schadensbeseitigung erforderliche Reparaturkosten von 5.222,71 € netto auswies. Die Beklagte leistete Schadensersatz in Höhe von 4.328,41 € an den Kläger und verwies diesen auf vermeintlich günstigere Stundenlohnverrechnungssätze einer Präferenzwerkstatt.
    Der Kläger meint, die Beklagte sei im Rahmen der Schadensregulierung nicht berechtigt gewesen, die kalkulierten Reparaturkosten in Höhe der Klageforderung zu kürzen.
    Entscheidungsgründe.
    Nach dem unwidersprochen gebliebenen Sachvortrag des Klägers befand sich der klägerische Kraftwagen in der Herstellergarantie, die Kürzung der klägerseits kalkulierten Reparaturkosten wegen günstigerer Stundenlohnverrechnungssätze erscheint im vorliegenden Fall mithin nicht zumutbar. Nach alldem war der Klage in vollem Umfang stattzugeben.

15.05.2014

 

Werter Leser, wie aus dem Vorstehenden leicht abzuleiten, hat sich unsere Sachverständigentätigkeit vom ehemals überwiegend technischen orientierten Bereich immer mehr in Richtung Verbraucherschutz verschoben. So richtig gut finden wir das nicht.

Das hatte seinen Grund in der 1994 in der EG vorgenommenen Deregulierung des Versicherungsmarktes.  Damit gingen gravierende Veränderungen einher, insbesondere der Wegfall der Gewinnbegrenzung (5%) für die deutschen Versicherer war ein großer Fehler.

Seit dem zählt nur noch eins -  Profit, Profit, Profit.  Und um den zu steigern, beschäftigen Versicherer ganze Heerscharen von Createuren, die ständig Neues (Schadenmanagement, Fair-Play etc pp.) erfinden, zum Nachteil derer die von Versicherern korrekte Abwicklung und eine korrekte Schadenregulierung verlangen und erwarten können.

Dazu bedarf es aber immer öfters der Hilfe eines qualifizierten und erfahrenen Sachverständigen, in Verbindung mit dem richtigen Anwalt. Ansonsten sind mal schnell ein paar tausend Euro, oder auch mehr, in den Sand gefahren, - vom Ärger ganz zu schweigen.

Also, vermeiden Sie Experimente und kommen Sie gleich zu uns  -  Telefonnummer steht unten!

---===ooo0ooo===---

Problem?  Wir helfen Ihnen weiter!
Termin über 
030  471 0188